Montag, 4. Juli 2016

"Zoo" Vida Huchting - ein Nachruf

Eigentlich wollte ich euch schon früher einmal von einer ungewöhnlichen "tierischen" Einrichtung berichten. Und nun wird sie Ende Juli für immer geschlossen: Das Zoo- und Gartencenter Vida in Mittelhuchting/Bremen.

Schon am Eingang war erkennbar, dass es sich nicht um einen normalen Floristen handelte. Da die Eingeweihten häufig nur vorbei kamen, um die Tiere zu besuchen, wurde ein kleiner Eintritt von 3 EUR eingeführt, der anschließend mit einem Pflanzenkauf verrechnet werden konnte.

Bei unseren Besuchen hatten wir auch nur ein einziges Mal die Kamera dabei.
Zeitweise tummelten sich hier bis zu 250 Tiere, vom Ara bis zum Wellensittich.

Sogar Löwen und Elefanten hatten hier für kurze Zeit ein Heim zwischen einer reichen Auswahl von Pflanzen, Edelsteinen und Mineralien gefunden. (Bericht Radio Bremen)

Besucherlieblinge waren natürlich die Affen. Neben einer großen Gruppe von Javaneraffen lebten hier ein Pärchen Weißhandgibbons mit ihrem Nachwuchs. Das letzte Jungtier "Knuppy" musste mit der Hand aufgezogen werden und hatte seine Wiege gleich neben der Kasse.

Für den Besitzer und seine Lebensgefährtin muss das eine große Herausforderung gewesen sein, denn beide waren zu diesem Zeitpunkt (2012) bereits weit über das normale Renteneintrittsalter hinaus.


Seit 2004 stand das Grundstück mit Inventar zum Verkauf. Immer wieder gab es Meldungen, dass es einen Interessenten gab. Doch dann scheiterten die Verhandlungen an den unterschiedlichen Vorstellungen zu Haltung und wohl auch Preis.

Jedesmal hofften die großen und kleinen Fans des Privatzoos auf ein Fortbestehen. Nun werden sich also die Pforten nach fast 40 Jahren schließen und es mussten und müssen neue Unterbringungen für die vielen Exoten gefunden werden. Dazu gehören ein großer Vasapapagei aus Madagaskar, Hyazintharas und Hornvögel. Die beeindruckende Tigerpython ist vor kurzem hochbetagt verstorben.

Da es sich bei Vida um keinen offiziellen Zoo mit Teilnahme an den Erhaltungszuchtprogrammen handelt, wird eine Abgabe an öffentliche Zoos so gut wie unmöglich sein.

Für die Weißhandgibbons und Javaneraffen (?) scheint es zumindest eine Lösung zu geben. Die botanika im Rhododendron-Park hat sich angeboten, die Truppe im September aufzunehmen. Dazu gehören jedoch passende Innen- und Außengehege, die erst noch gebaut werden müssen. Die Mittel erhofft sich die botanika von Sponsoren und privaten Spendern.

Mit über 40 Jahren einer der ältesten Gibbons der Welt
Wir sind gespannt, ob sich jemand findet und ob die botanika dieser Herausforderung auch gewachsen ist. Die in dem Artikel des Weser-Kurieres angesprochenen Säugetiere waren entweder Leihgaben von Kleintierzüchtern, die die Versorgung selbst übernahmen, oder waren Filmtiere (u. a. Nasenbären) der ZG Weseloh Events.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen