Mittwoch, 28. Mai 2014

Zootour 15.-17. Mai 2014: 1. Station Zoo Krefeld (1)

Da fühlt man sich gleich
richtig am Platz
Manchmal überrascht mich mein Anderer selbst nach 15 Jahren noch. Im Schichtplan ergaben sich drei freie Tage im Mai. Da hat wohl der Schichtplaner noch meinen Geburtstag und den meines Schwiegervaters im Kopf. Ich rechnete natürlich mit Familienfeier, aber mein Anderer winkte ab. Er hatte mich vor geraumer Zeit mal nach einer Liste von Zoos gefragt, die zwar weiter weg, aber unbedingt mal besucht werden sollten.

Oben auf der Liste stand der Zoo Krefeld, Duisburg wegen Jubiläum und natürlich aktuell Dortmund, weil Yenko dort inzwischen wohnt. Den kleinen Hannoveraner Knirps wollte ich doch noch einmal sehen. Und genau dahin ging es dann auch. Die letzten Tage davor vergingen zäh wie Kaugummi unter einer Schuhsohle.

Ganz ohne meine Beteiligung liefen die Vorbereitungen nicht. Wir sprachen uns mit einer Facebook-Freundin ab und entschieden uns für folgenden Ablauf:

15. Mai   Zoo Krefeld, Übernachtung in Essen (Holiday Inn Express)
16. Mai   Zoo Duisburg, erneute Übernachtung in Essen
17. Mai   Zoo Dortmund, Treffen mit Heike und Rückreise

Mein neues Lebensjahr begann wieder einmal mit - Frühaufstehen. Gegen 9 Uhr ging die Fahrt los und dank freier Autobahnen waren wir nach ca. 2,5 Stunden am ersten Ziel. Der Park hat mehrere gut ausgeschilderte, kostenfreie Parkflächen. Und nur wenige Schritte weiter ist man am Eingang.

Was uns als erstes auffiel: Der Zoo ist grün. Gleich nach dem Eingang lässt der Besucher den Lärm der Stadt hinter sich und genießt großzügige Flächen und alten Baumbestand. Auch die Gebäude sind nicht schnell hochgezogen, sondern zeugen von liebevollem Umgang mit alter Bausubstanz. Wie wir später erführen, ist das Wohnhaus des Zoodirektors aus dem Mittelalter und in den letzten Jahren erst restauriert worden.

Alles macht einen gepflegten, sauberen Eindruck ohne klinisch zu wirken. Einfach gemütlich halt. Dazwischen fügt sich moderne Kunst von afrikanischen Bildhauern, sogenannte "Shona-Art", wohltuend unaufgeregt in die Gestaltung ein.

Die ca. 16 Hektar Fläche "umrahmen" das Stadion des Krefelder Fussballvereins, das inzwischen in die Jahre gekommen ist. Seine Bundesliga-Zeiten sind jedenfalls schon lange vorbei. Wäre klasse, wenn mit seinem Abriss dem Zoo mehr Fläche ermöglicht werden würde. Denn schon jetzt zeigen die neueren Anlagen sehr großen Einfallsreichtum. Schön, wenn dann auch die älteren entsprechend nachziehen könnten. Und Wirtschaftsgebäude und Stallungen brauchen auch ihren Platz.

Bisher war mir Krefeld vor ein paar Jahren in der Vox-Doku "Menschen, Tiere und Doktoren" aufgefallen, da Baumkängurus und Löffelhunde gezeigt wurden. Seit ich hier den Blog habe, fällt mir die Facebookseite immer wieder mit ihren interessanten Beiträgen und Aktionen auf.  So sollte am Samstag hier die Zoolympiade stattfinden. Klang nach Spaß, den wir uns gerne auch mal bei einer anderen Gelegenheit ansehen werden. Aber nicht beim ersten Kennenlernen...

Auf der übersichtlichen Infotafel gab es den Hinweis auf die Gorillafütterung. Das Gehege dazu befindet sich am anderen Ende des Zoos. Die Zeit reichte für einen ersten Bummel in diese Richtung.

Der Besucher läuft zunächst direkt auf die Trampeltiere zu. Mein Anderer meinte erst, dass es keine Begrenzung geben würde. Diese besteht jedoch aus einem kleinen Graben und bietet somit freie Sicht auf Xanadu und Janosch.

Links davon ist eine großzügige Südamerika-Anlage, die augenscheinlich noch nicht komplett fertig ist. Ein paar Bauzäune standen noch und irritierten auch Lama, Tapir und Co. Aber welch ein Unterschied zu den mir bisher bekannten Anlagen: Guanakos, fünf Tapire, Nandus und noch einige andere Vögel teilen sich das Areal mit breiten Wasserflächen, dessen Mittelpunkt das Stallgebäude bildet. Ferdinand und Peggy aus dem Jaderpark würden vor Neid erblassen, wenn sie diesen kleinen Traum sehen könnten. Ein Wermutstropfen: Da die Vernunft der Besucher leider zu wünschen lässt, ist jeglicher Kontakt zwischen Besucher und Tier komplett verboten - also auch kein Tapirkraulen bis zum Umfallen erlaubt.



Selbst die Ponys, Alpaccas und Ziegen rechts von den Trampeltieren, sonst die Könige der Streichelgehege, sind off-limits.



Gewöhnlich sind die Mantelpaviane in Zoos mit riesigen Herden vertreten. Hier gibt es auch einen kleinen Affenfelsen, der nur von wenigen Tieren bewohnt ist. Sehr wohltuend, da dies die Möglichkeit zur Beobachtung in entspannter Stimmung bietet.



Vorbei ging es an der neuen Pinguin-Anlage, die wir uns später noch genauer anschauen wollten, und den Seelöwen. Diese Anlage ist in die Jahre gekommen, genauso wie seine Bewohner. Der Boss im Becken ist Chico mit fast 30 Jahren. Sein Gegenstück Sailor im Zoo am Meer, Bremerhaven, gilt mit seinen 17 Jahren schon als älterer Herr. Kein Wunder also, dass Diego einfach nur seine Bahnen ziehen wollte. Eine seiner Damen dagegen war intensiv mit einem Ästchen beschäftigt und warf es immer wieder weg, um es anschließend wieder zu fangen. Dem haben wir gerne ein paar Minuten zugeschaut.


Der nächste Abstecher galt den Elefanten. Die Anlage wird derzeit von zwei indischen Kühen namens Mumptas Mahal und Rhena bewohnt. Erst 2010 ist von Ketten- auf Boxenhaltung umgestellt worden, laut Homepage des Zoos. Rhena war bei unserer Visite gerade damit beschäftigt mit Hilfe eines Stocks (wie war das mit Werkzeugnutzung als Zeichen von höherer Intelligenz?) einen Busch zu malträtieren, damit sie an die frischen Blätter herankam.

Eine Art, die wir bisher noch nicht gesehen haben, huschte schnell durch das Bild: Ein Blauducker. Aus Hannover zum Beispiel kennen wir die Rotducker, die sich dort auch relativ bedeckt halten. Von blauen Vertretern hatte ich zumindest zuvor noch nichts mitbekommen. Man lernt doch immer was dazu im Zoo.

Diese Waldbewohner werden wir hoffentlich bei einem unserer nächsten Besuche noch genauer ins Visier unserer Kameras nehmen können.


Der Weg führte uns dann an zwei Baustellen vorbei. Sowohl Afrika als auch Asien werden hier komplett neue Anlagen geschaffen. Von den Bewohnern war daher auch nur wenig zu sehen. Erfreut sah ich aber Nilgau-Antilopen (diese gestreiften Socken sind einfach klasse) mit Jungtier und Sika-Hirsche. Ich bin gespannt, wie das Ganze mal fertig aussehen wird.

 Blick auf die Uhr: Es wird langsam Zeit, einen Zahn zuzulegen.

Witzig: Dieses Mal erwischten wir die richtige Abzweigung Richtung Gorilla-Garten. Zu anderen Zeitpunkten verpassten wir diesen öfters. An uns sind nicht gerade Pfadfinder verloren gegangen.

Unter einer Brückenkonstruktion geht es weiter und links müffelt es etwas streng. Pinselohrschweine haben halt eine andere Auffassung von Reinlichkeit als Menschen.


Gerne hätten wir auch die Berg-Anoas beobachtet. Gesichtet haben wir sie aber den ganzen Tag über nicht. Ein Grund mehr sich irgendwann mal wieder nach Krefeld zu begeben.

An dieser Stelle mache ich jetzt mal einen Break.

Karussell, auch für
Rollstuhlfahrer geeignet:
Hier denkt jemand mit!

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