Montag, 26. November 2012

Serengeti-Park/Affenwelt: Der Affen-Tunnel

Der folgende Teil ist mir echt schwer gefallen. Aber manches muss halt auch erwähnt werden.

Wir setzen unseren Rundgang durch die Affenwelt des Serengeti-Parks fort bei den 

Colobus-Affen aka Guerezas 

Diese eleganten Springer - ihr weißer Fellkranz wurde ihnen beinahe zum Verhängnis - lebten früher in einem der Freigehege. Leider gab es jedoch regelmäßig Probleme bei der Jungtier-Aufzucht. Daher entschloss man sich für den Gehege-Tausch mit den Hulman-Affen. Der Erfolg gibt dem Park recht, denn in diesem Jahr tobte ein gesundes Jungtier herum.



Dennoch: Hier beginnt ein Bereich, der dringend einer "Überholung" bedarf. Im Allwetterzoo in Münster zeigt sich, dass die wunderschönen Altweltaffen sehr wohl in einem offenen Bereich gehalten werden können. Sie brauchen aber einen gesicherten Rückzugs-bereich  Das alles braucht Platz, den der Park ja durchaus bietet. Mein Anderer und ich plädieren dafür, den "Rummelplatz" einzuschränken und dafür mehr bzw. andere Gehege zu bauen. Das würde eher dem Anspruch des Parks entsprechen und wahrscheinlich diese Ecke auch mehr beleben.

Die Krallenaffen

Damit kommen wir zu den kleinsten Einwohnern des Parks - den Weißgesichts-Marmosetten und den Liszt-Äffchen. Diese bewohnen eigentlich im Urwald die höchsten Baumgipfel und kommen nur in Ausnahmefällen herunter. Die bisher gelungenste Haltung konnten wir dazu auf der Kanal-Insel Jersey bei der "Durrel Wildlife Foundation" sehen. Da kommen die Äffchen nur zu den kommentierten Fütterungen herunter und toben ansonsten in ihren Bäumen herum. In Hodenhagen ist ihr Lebensraum auf relativ kleine Käfige begrenzt, die zwar alles bietet, was sie zum Leben brauchen, aber alles nur im Schatten von hohen Bäumen. Das ist nicht mehr zeit- und tiergemäß. So jedenfalls mein Gefühl beim Anblick dieser Gehege.



So viel Spaß der Park auch sonst macht - hier bleibt immer so ein schaler Geschmack zurück.

Der Affentunnel

Weiter den Weg entlang, kommen wir zu dem Teil, der z. B. im Bericht der Zoo-AG 1996 schon kritisch angemerkt wurde - dem Affentunnel. Dieser Durchgang soll es den Affen ermöglichen, die Besucher wie in einem Käfig wahrzunehmen. Ob das allerdings die "Insassen" wirklich interessiert, bleibt offen.
Könnte hier bitte jemand mal
den Esstisch saubermachen?
Derzeit beginnt es mit den Japan- oder Rotgesichtsmakaken. Diese Affenart kennen wir bereits aus dem "Zoo in der Wingst". Dort kamen wir allerdings bei weitem nicht so nahe ran. Sogar kurzer Handkontakt ist möglich.
Darin besteht auch die Gefahr. Denn dieser Bereich wird selten kontrolliert und es ist nicht gesichert, dass nicht doch (das Falsche) gefüttert wird.

Der Nachwuchs der
Makis ist noch
etwas schüchtern
Als nächstes kommt wieder eine meiner besonderen Lieblinge: Die Weißkopfmakis. Diese Lemuren haben auch schon eine kleine Wanderung durch den Park hinter sich. Zuerst waren sie nämlich mit den Kattas vergesellschaftet. Doch diese scheint nicht geklappt zu haben. Seitdem sind sie im Affentunnel untergebracht und können - im Gegensatz zu den Anderen - auch über einen längeren "Gitterschlauch" zum "Kinder-Affen-Dschungel" überwechseln.

Immer für einen Spaß zu haben sind die hochintelligenten Haubenkapuziner. Die südamerikanischen Affen faszinieren mich immer wieder mit ihrem Minenspiel. Diese Affen sind auch diejenigen, die die Möglichkeit, auf die Besucher hinabzuschauen, nutzen. Also heißt es auch aufpassen, dass es nicht auf einmal von oben regnet ...

Non-verbale Kommunikation
Bei uns ist bisher alles trocken geblieben. Und der Blick nach oben macht natürlich auch Spaß, wenn sich z. B. eine Gruppe zum Schlafen zusammengekuschelt hat, man aber doch den einen oder anderen Blick erhascht.

Das ist kein türkises Osterei
Durch den Tunnel ist mir bei den grünen Meerkatzen allerdings das erste Mal ein alter Werbespruch durch den Kopf geschossen: "Ja, ist denn schon..."...Ostern? Wann hat man denn auch so einen freien Blick auf die blauen Hoden eines Männchens. Warum überhaupt grün? Das ist ein wunderschönes Türkis.

Jetzt kommen wir zu einer Affenart, die ich bisher nur hier kennengelernt habe - den Husarenaffen. Diese afrikanische Art ist für seine Schnelligkeit und hohen Sprünge bekannt. Sie sind auch in dieser Abteilung die größten und schwersten Meerkatzen. Die Männchen können bis zu 90 cm Körpergröße und bis zu 13 kg erreichen. Ihren Namen verdanken sie ihrer rötlichen Färbung, die an die Uniformen der Husaren erinnert. Gerade hier bedauere ich, dass ihnen nicht mehr Platz vergönnt ist. Sie sind bestimmt in einer Freianlage oder vielleicht sogar in der Tierwelt besser in ihrem Verhalten zu beobachten.



Womit wir am Ende der Anlage - bei den Weißschulter-Kapuzinern - angekommen sind. Auf dem Schild mit den Daten der Tierart werden sie als die "Philosophen mit der Denkerstirn" bezeichnet. Tatsächlich machen sie - typisch für die intelligenten Kapuziner - immer wieder den Eindruck, dass sie über uns nachdenken. Sie haben sehr charakteristische Gesichter und eine strenge Hierarchie.




Hiermit öffnet sich eine Parklandschaft und ein Ausblick auf die Einfahrt zur Tierwelt. Zu Fuß kommt man in wenigen Minuten um den See herum zum "Amboseli-Reservat", das im nächsten Blog ausführlich beschrieben wird.

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